|

Start / Bienvenidos
Die Zeit ist reif
Über mich
Der
Fuhrpark
Erlebnisreisen
Reisebilder
/ Fotogalerie
Gäste
und Begegnungen
Gästehaus / Hostel
Reiseberichte
Reisevideos (New)
Gästebuch
Newsletter
Preise
Termine
Kontakt
Service/AGB/Links


Ruf mich per Skype
an

Wie
spät ist es in Paraguay ?
Quick-Links
Bildergalerie
La(d)y Tours
Video
La(dy) Tours
Termine
Reisebericht
"im 2cv durch den Chaco"
Reisebericht
"Che Guevara Route"
Reisebericht
"Über die Anden"
Reisebericht
"Paraguay Off-Road"
Reisebericht
"Bolivien 2007"
Letzte Aktualisierung: 02.12.2011
Seitenlayout und Design by:
www.ambiente-virtual.de
|
Eine Ente auf Südamerika Reise
Start:
30.August 2012
Die
Kastenente geht auf große Reise...
Hallo liebe Freunde,
Heute
früh geht's jetzt endgültig los, Richtung Karibik...
Ein lange gehegter
Traum, über Land von Paraguay aus Richtung Venezuela und
Kolumbien zu fahren... und zwar mit unserer 2cv-Ente "la
gordita" beginnt jetzt endlich.
Wir sind nur zu
dritt. Das heißt:
Erst
mal meine liebe Frau und Weggefährten "Domi", die ich
jetzt zum ersten mal ganz für mich alleine genießen darf,
denn wir hatten in all den Jahren die wir jetzt schon
zusammen sind, wenig Gelegenheit so intensiv zusammen
sein zu dürfen, wie hoffentlich jetzt auf dieser Reise.
Ja,
und dann "la gordita", unsere Kastenente Baujahr 1969,
auf die ich ganz besonders stolz bin.

Hab
viele, viele Stunden mit ihr verbracht beim Restaurieren
und da war ich eigentlich in Gedanken schon auf der Tour.
Und
da bin eigentlich nur noch ich.
Unsere
größte Herausforderung auf der ersten Hälfte der Reise,
wird die viel gefürchtete BR 319 im Amazonas in Brasilien
sein.
http://www.fusca1974adventure.blogspot.com/
Ich werde versuchen, des Öfteren kleine Berichte auf die
Homepage zu bringen, um Euch auf dem Laufendem zu halten.
EL
DESAFIO SUDAMERIKA NOS ESPERA
Walter
y Domi (tripulacion de "la gordita")
05.09.2011
- Poconé / Brasilien
Ich
möchte Euch einen kleinen Zwischenstand mitteilen. Nach
3 Tagen Camping im Pantanal (mit Angeln, etc.), sind wir
in Poconé gelandet. Wir bereiten uns nun auf die BR319
(googelt mal danach) vor.
Hier
die Bilder der ersten Tage:
08.09.2011
- Porto Velho / Brasilien
Wir
sind in Porto Velho angekommen. Hier bleiben wir erst
einmal ein paar Tage, um uns Informationen über den Zustand
der BR319 einzuholen.
17.09.2011
- BR319 Humaitá - Manaus
Hier
sind wir wieder. Die BR319 hatte
es in sich. Leider hatten wir auf halber Strecke einen
Defekt mit der Lenkung. Nun war improvisieren angesagt.
Wir sind aber mittlerweile in Manaus angekommen.
Jetzt stehen allerdings ein paar Reparaturen an. Vorab
schon ein mal ein paar Impressionen von der unmöglichen
Strasse.
03.10.2011 - Rückblick Brasilien / Ankunft in Venzuela
Rückblickend
ist folgendes zu berichten:
Als
wir auf der BR319 liegengeblieben sind musste ich feststellen,
dass das Achsrohr worin Lenkung untergebracht ist gebrochen
ist. Das alles ohne Vorankündigung. plötzlich ging die
Lenkung schwer , und die Vorderräder standen total schief
. Und das alles mitten im nichts! Dort wo es auf mind.
450 km keinerlei Zivilisation gibt. In brütender Hitze
fange ich an, die Vorderachse auszubauen, denn irgendwas
muss ich ja tun. Domi fächelt mir mit einem Handtuch die
Millionen Insekten aus dem Gesicht, und kühlt mir mit
einem feuchten Handtuch den erhitzten Kopf.
Hier
ist kaum damit zu rechnen das wirkliche Hilfe kommt. Dann
zwei Fahrzeuge, aber in die falsche Richtung, außerdem
vollbesetzt. Wir hatten zwar genug Proviant dabei, bekommen
von den Leuten noch Trinkwasser, ein paar Dosen Fisch
und Früchte.
Wir
verbringen die Nacht im Auto und hoffen, am nächsten Tag
irgendwie weiter zu kommen. Ich versuche das Achsrohr
mit Montier Eisen zu schienen, allerdings ohne sichtlichen
Erfolg. Wir können den Amazonas Urwald mit seinem vollen
Programm erleben. In anderer Situation hätten wir das
auch richtig genießen können. Wir hatten ja schon einige
schwierige Brücken passiert und ausserdem muss es ja irgendwie
weitergehen. Dann gegen Abend hören wir wieder Motorengeräusch.
ein kleinerer LKW 4x4 hält an und die zwei jungen Brasilianer
wollen uns retten.
Kurzerhand
bauen wir auch noch Motor und Getriebe aus und verzurren
den vorderen Rahmenteil auf der Quertraverse des LKW‘s.
Alles Gepäck kommt auf die Ladefläche inkl. wir beide.
Bei einigen Rueckfahraktionen im Schlamm leidet auch noch
mein Rahmen ganz fürchterlich. So im schlepp treffen wir
dann nach zweieinhalb Tagen in Manaus ein. Richtige Supertypen,
die beiden Brasilianer Gerardo und Meico. In den schwierigsten
Situationen wird erst mal die Samba auf volle Lautstärke
gedreht, und dann geht’s los, mit Auto ausgraben und so.
Kein schimpfen und nörgeln war von den beiden zu hören.
Wir
kommen in Manaus an und "la Gordita"
wird bei Tommy (www.amazontommytours.de)
abgeladen. Tommy lebt seit
18 Jahren in Manaus und stammt, so wie ich, auch aus Hessen.
Hier haben wir es gut getroffen. Wir sind gut untergebracht
in familiärer Atmosphäre. Tommy und seine brasilianische
Frau sind sehr Hilfsbereit und lieb. Auch zwischen Domi
und Balgjira entwickelt sich spontan eine schöne Freundschaft.
Am
nächsten Tag find ich eine Werkstatt in der Nähe, zu der
ich zu Fuß hingehen und auch mitarbeiten kann. Das Achsrohr
bringen wir in eine Dreherei, wo es dann auf der Drehbank
gerichtet, geschweißt und verstärkt wird. Am nächsten
Tag ist das teil fertig. Aaaaaaber mein Rahmen sieht furchtbar
aus. Hier muss geflext, geschweißt, gezogen und gerichtet
werden. Das dauert fast eine Woche, womit wir dann in
Manaus einen dreizehntägigen Aufenthalt hatten. Ich selbst
hab nicht viel von Manaus mitbekommen, außer Werkstatt,
Dreherei, Auspuffbauer. Und immer wieder zwischendurch
den Geldautomat besucht. Brasilien, speziell Manaus, ist
sehr teuer. Und so haben wir doch in dieser Zeit unser
Tagesbudget um einiges überschritten. Tommy ist uns preislich
noch um einiges entgegengekommen. Hierfür noch mal vielen
Dank an ihn und seine Frau. Wer irgendwann mal nach Manaus
kommen sollte, da kann ich Tommytours nur empfehlen. Denn
man ist bei Freunden untergebracht.
Endlich
ist „La Gordita“ wieder einsatzbereit. Wenn auch Motorhaube
und Kotflügel nicht mehr so richtig passen, das Auto fährt
geradeaus und die Mechanik funktioniert wie eh und jäh.
Wir fahren so gegen Mittag am letzten Mittwoch los. Wir
haben nochmals Probleme mit dem Kondensator, der dritte
jetzt. Die waren allesamt neu und aus DE mitgebracht.
Ich hatte mir schon 2 neue gekauft, vom VW Käfer. Ich
hab ihn einfach an das Minuskabel der Zündspule dazu geklemmt,
seitdem funktioniert alles wieder. Doch dann noch einen
kleinen Kabelbrand noch in Manaus , der aber keinen größeren
Schaden angerichtet hat. Jetzt haben wir halt kein Radio
mehr. Und so fahren wir weiter in Richtung Norden Am nächsten
tagschaffen wir gerade mal 300km, da die BR174 zwar asphaltiert
ist, jedoch nur aus Kratern besteht. Wunderschöne Landschaften
schaffen den Ausgleich zu den Strapazen. Und so fehlen
uns am Abend noch zweihundert km bis zur venezolanischen
grenze. Wir ziehen es aber vor noch mal im Hotel zu übernachten
und das letzte Stück Brasilien am nächsten Tag (Freitag)
in Angriff zu nehmen. So war’s dann auch.
Noch
am gleichen Tag durchfahren wir auf der BR 174 das Indianerschutzgebiet
Waimiri Atroari, wo man die Durchfahrterlaubnis nur von
6 bis 18 Uhr erhält. Nachts sind die Schranken geschlossen.
Es ist verboten anzuhalten, zu fotografieren und zu filmen.
Parkwaechter hatten uns praktisch auf der ganzen Strecke
mehr oder weniger im Auge, damit das auch eingehalten
wird. Man gibt vor, das die Waimiri gefährlich sind. Ich
denke aber, dass man sie einfach vor der sogenannten Zivilisacion
schützen will. Ich will mich dann später besser informieren,
was es da wirklich auf sich hat. Wir durchfahren dieses
Gebiet und kommen dann kurz vorm dunkel werden auf der
anderen Seite raus, wo exakt die Ecuatorlinie verläuft.
Da gibts ne Tankstelle und ein kleines Fernfahrer-Restaurant.
Wo gibts hier ne Unterkunft? fragen wir den Kantinero.
Er geht mit mir hinters Haus und zeigt mir ein Iglu-Zelt
mit zwei Matratzen drin, welches er uns gerne fuer 20
Real die Nacht vermieten würde. Wir schlagen zu, denn
mangels Lust am Bettenbau in der "Gordita". Außerdem ist
was essbares und ein frisches Bier erst mal wichtiger.
An
der Grenze bemerke ich, dass ich die Menschen wieder richtig
verstehe. Muss wohl an der Sprache liegen, die die Venezolaner
hier sprechen!!!!!!!! Für Venezuela muss ich eine Versicherung
abschließen, was jetzt am Wochenende nicht mehr so richtig
klappen will, denn im Computersystem der Versicherungsgesellschaft
existiert kein Citroën 2cv AZU. Wird also auf Montag verschoben.
Wir erhalten die Erlaubnis, nach Santa Elena, der Grenzstadt
auf venezolanischer Seite zu fahren und kommen bei Erik
unter. Erik ein deutscher aus Köln. Er veranstaltet Touren
in Venezuela und betreibt eine Posada. Wunderschön! Er
und seine venezolanische Frau, seine Kinder (2) sind fantastische
Menschen und nehmen uns herzlich auf. Und das Schönste
an diesem Land :!!!!!!!!!!! ich weiß, es wird mir niemand
glauben!!!!!! Ich kann beobachten wie jemand in seinen
Monstertruck 150 Liter feinstes und gutes Benzin tankt
… der Preis??????? für sage und schreibe wirklich 150
Liter = 10.- in Worten: zehn Bolivars (1 Euro = 10.- Bolivars).
Auf die Gefahr hin, dass Ihr mich für verrückt erklärt
(was wahrscheinlich auch irgendwie stimmt) ES IST WIRKLICH
WAHR! als ich vor 32 Jahren mal in Venezuela zum Arbeiten
war, hatte damals das Benzin schon fast nichts gekostet
und ist bis heute immer nur noch billiger geworden. Der
Preis für einen Liter ist also selbst in euro-cent fast
nicht erfassbar. So, das war’s erst mal für heute…
10.10.2011 - Santa Elena - Puerto Ordaz
10.10.2011
- Santa Elena - Puerto Ordaz
Noch
kurz die Web-site von Eric und Yari www.backpacker-tours.com. Hier waren wir in seiner
Posada „Los Pinos“ untergebracht, die wunderschön mit
Pool und sehr liebevoll gestaltet ist. Mit sehr schönen
originellen Details. Die Betreuung ist sehr familiär.
Am
Montag dann gegen Abend war endlich die Versicherung fertig,
die überraschenderweise nur die Hälfte kostet als es angesagt
war. Ich protestiere nicht. „La Gordita“ ist jetzt für
ein Jahr in Venezuela versichert, für umgerechnet 68 €.
Am Dienstag, früher Nachmittag geht es weiter.
Nur
noch volltanken und ein bisschen einkaufen. Auch hier
gilt, ausländische Fahrzeuge bekommen in der Grenzstadt
kein Benzin, wegen dem Schmuggel. Dies wird an jeder Tankstelle
von Polizei und Militär überwacht. Wir stellen uns an,
und es sofort kommt ein Militär angelaufen, sagt uns das
wir an einer anderen Stelle tanken müssten zu erhöhtem
Preis. Sein Vorgesetzter der unterm Sonnenschirm sitzt
ruft: „hey, wo kommen die denn her, mit ihrem selbstgebasteltem
Volkswagen?????“ Paraguay ist
die Antwort!!!! Volltanken, aber sofort. War wieder mal
ein sehr lustiges Erlebnis, was bestimmt nicht zustande
gekommen wäre, wären wir mit ‘nem Luxus-Monster-Reisemobil
unterwegs gewesen.
So,
es geht jetzt weiter. Von Eric haben wir noch ein paar
Tipps bekommen bezüglich Übernachtungsplätze. Von den
sieben Tepuys (Tafelberge) sehen wir leider nicht viel,
weil der Himmel regenverhangen ist. Der größte (Roraima)
ist über 2700 m hoch und sehr beeindruckend. Wir schlagen
unser Camp auf am Rio Kawi mit schönem Wasserfall, bei
den Indianern vom Stamm Kauwi, und bekommen noch sehr
viel Infos über die Besiedlung der verschiedenen Indianer
Tribus die in der Gran Sabana ansässig sind. Auch über
die Probleme der Indios, sowie auch der Regierung, die
ihre Probleme mit den illegalen Goldwäscher- und Diamanten-Camps
auszutragen hat. Wir schaffen es gerade noch so unser
Bett im Auto vorzubereiten, und ein oder zwei schöne Bierchen
aus der Büchse zu trinken, dann bricht ein Wahnsinns Gewitter
los. Wir begeben uns schnell in die Obhut von "La Gordita"
Der morgen tut dann einfach so, als wäre nichts gewesen.
Noch
schnell die morgendliche Toilette, das ist so: zuerst
mit dem Eimer Wasser aus dem Fluss holen, damit man Wasser
zum Spülen hat. Duschen geht auch, natürlich auch mit
dem Eimer. Dann können wir noch eine Kauwi bei der Herstellung
von Kunsthandwerk beobachten. Hier ist alles noch sehr
ursprünglich. Wir fahren weiter Richtung Norden. Immer
an wunderschönen Flüssen und immer wieder beindruckenden
Wasserfallen vorbei, wobei wir dann auch schon mal Pause
machen, zum Fotografieren und so.
|
Es
wird langsam Zeit nach einem Übernachtungsplatz
zu suchen, finden aber einfach nicht geeignetes.
Da, kurz vor dunkelwerden einen verlassenen „Parador
Turistico“. Nach langem in die Hände klatschen bewegt
sich endlich was im hinteren Haus. Ein Mann kommt
zu uns ans Tor und fragt nach unseren Wünschen.
Ich erkläre die Situation und sage, wir brauchen
ja eigentlich nur einen relativ sicheren Stellplatz,
um zu übernachten, um was zu essen zu machen und
vielleicht noch ein paar kühle Bierchen trinken
die wir da in der Kühlbox haben. Da fängt er an
über das ganze Gesicht zu strahlen. Ich bin Jose,
stellt er sich vor und bei den Bierchen will er
mich gern ein bisschen unterstützen. Domi bereitet
ein leckeres Essen für uns alle (es kommen noch
zwei Arbeiter dazu) vor und alle bedienen sich mit
gutem Appetit. Resultat am nächsten Morgen: fast
kein Bier und keine Zigaretten mehr. Die Literflasche
Rum ist auch fast draufgegangen. Es war aber sehr
lustig, so ist das halt mit dem "Land und Leute"
kennenlernen.
|
|
Dann
wird es wieder mal Zeit zum Tanken. Wir reihen uns in
die Warteschlange in der Goldminen Stadt km 88 (die befindet
sich bei km 88 und heißt auch so). Und genauso geht’s
hier auch zu. Immer wieder werden wir gefragt, was das
denn für ein seltsamer selbstgebastelter Volkwagen ist.
Für die Leute hier mir ihren Achtzylinder Ami-Schlitten
ist es unvorstellbar das die Automobilindustrie in Europa
jemals so ein lustiges Auto fabriziert hatte. Endlich
sind wir an der Zapfsäule angelangt. 21 Liter gehen rein.
Der Tankwart lacht sich kaputt. Wegen solchen lächerlichen
Beträgen greift er nicht nach dem Wechselgeld. Stattdessen
ein herzliches "Bien venido en Venezuela y buen viaje"
anstatt 0,20.- € haben wir diesmal gar nichts bezahlt.
Achtzylinder Amischlitten, oder extrem hochgelegte 4x4
beherrschen das Straßenbild. Wir sind bald wieder aus
der Stadt heraus und es geht gemächlich weiter durch die
Gran Sabana und dann später durch ursprünglichen Dschungel.
Weiter
Richtung Puerto Ordaz, welches unser Etappenziel sein
soll. In Upata beim Tanken zeigt einer auf den Ölflecken
unter der Ente. Und tatsächlich: Ölverlust. Kann aber
nicht feststellen wo das herkommt, so fahren wir weiter
über San Felix nach Puerto Ordaz, wo ich vor 32 Jahren
mal für Dillinger Stahlbau gearbeitet hatte. So kommen
alte Erinnerungen wieder hoch. Ich erkenne die Stadt aber
nicht mehr wieder. Alles neu und modern. Eine schnellwachsende
Stadt mit allen seinen vor und Nachteilen. Wir sin gut
untergebracht bei „Don Lobo“ und seiner Frau Rosa. www.lobo-tours.de Lobo,(Wolfgang) betreibt eine kleine Posada
sowie ein camp im Orinoko-Delta. Aufallend ist hier, das
wirklich alles vergittert ist. Sogar Straßenzüge sind
mit Gittertoren gesichert. Willst du also Freunde besuchen,
fährst du bis ans Straßentor, und rufst per Handy an (da
wo du hinmöchtest). Der Anwohner muss dich dann am Tor
einlassen. Die Anwohner selbst haben natürlich eine Fernbedienung
im Auto. Wir glauben nicht das wir so leben möchten bei
aller Modernität und stellen fest wie gut frei und sicher
wir doch noch in Paraguay leben
können.
26.10.2011 - Orinoko Delta
Ich
muss feststellen, dass die Reparatur von meinem Achsrohr
doch nicht optimal war. Hier muss unbedingt nachgebessert
werden.
Ich
lerne durch Lobo Christoph Stockhausen kennen, der mir
die Reparatur nochmals nachbessern will. Er hat von seinem
Vater einen Spezialbetrieb für Schweißtechnik übernommen.
Außerdem bietet er mir an, ein neues Teil (falls ich jemand
kenne der eins hat) auf den Namen seiner Fa. über DHL
schicken zu lassen. Also noch mal die Achse ausgebaut
und in seinen Betrieb gebracht. Sowie ein neues Achsrohr
bei unserem Freund Andre Poeschel in Deutschland bestellt.
Nachdem
die alte Achse neu geschweißt ist, baue ich alles wieder
zusammen, um uns die Wartezeit auf die andere Achse in
der Gegend um Puerto Ordaz mobil zu vertreiben. Nur der
Auspuff muss erneut geschweißt werden und einen ausgelaufenen
Stoßdämpfer wieder von der Reparatur abholen. Dann kann’s
am Samstag losgehen zu einer Boots- und Angeltour auf
dem Guri.
Christoph
und seine Fam. haben uns eingeladen, das Wochenende in
ihrem Landhaus in Pao Nueva Fortuna zu verbringen. Die
"Angeltour am Guri" war ein tolles Erlebnis. Wir hatten
den See, der ja riesig groß ist, erkundet und dabei auch
einige schöne Fische gefangen. überhaupt dieser sehr schöne
Fisch dessen Namen ich vergessen habe, war ein Erlebnis
pur.
ANACONDA:
Wir hatten an einem Baumstumpf unser Boot festgemacht
und warteten das noch ein paar Fische beißen. Ruhiges
Wasser und auch sonst nichts los. Was ist denn das da
hinter uns sagt Christoph??? Plötzlich leichter Wellengang
der mitten aus der Wasseroberfläche entsteht. Sieht irgendwie
so aus, als würde da gleich so ein Mini-U-Boot auftauchen.
Kommt aber nichts aus dem Wasser raus, sondern das ganze
bewegt sich ziemlich rasch von alleine in Ufernähe. Am
Ufer, das mit viel Unkraut bewachsen ist, ist dann der
Spuk vorbei. Christoph und MiMi kommen zu dem Schluss,
das das wohl nur eine riesen Anakonda gewesen sein konnte.
Am Abend, dann wieder in Nueva Fortuna noch schön gegrilltes
Fleisch gegessen und der tag war ein voller Erfolg.
Am
Montag den 12. Oktober fahren wir nach Ciudad Bolivar,
weil wir da eine Adresse haben, wo wir zum Schwarzmarktpreis
Geld wechseln können und übernachten in der schönen, fast
luxuriösen Posada "la Casita" von Peter Rothfuss. Wir
schlafen wieder mal in der Gordita. Unser nächstes Ziel
ist Piacoa am Orinoko-Delta . Dann, so 20 km vor dem Ziel:
ein Knall und ein Reifen hat sich für immer verabschiedet.
Ich montiere unser letztes Reserverad und fahren noch
bis zur nächsten Gomeria, um zu sehen ob wir da wenigstens
vielleicht einen gebrauchten Reifen erstehen können. Bei
der Frage: habt ihr so einen Reifen???? ernten wir nur
mitleidiges Lächeln. So eine Größe braucht in Venezuela
kein Mensch. Die sehen ja so ähnlich aus wie "Spalt-Tabletten".
Keine von den nachfolgenden Gomerias kann sich vorstellen
dass es solche Reifen in diesem Land zu kaufen gibt. Also
fahren wir nicht nach Piacoa, sondern zurück nach San
Felix wo es jede Menge Reifenhändler gibt und versuchen
da unser Glück. Immer das mitleidige Lächeln "no hay"
es wird schon dunkel und wir beschließen zurück nach Puerto
Ordaz zu fahren um da noch mal bei Lobo zu übernachten.
Morgen sieht’s vielleicht anders aus. Dann ein großer
Reifenhandel der Marke Firestone. Die machen grad den
Laden dicht, ich schaffe es aber doch noch den Chef nach
unseren Reifen zu fragen. Der fragt: Wie viele brauchst
du denn???? Na ja, mindestens einen oder besser zwei.
So erstehe ich doch noch zwei Firestone neu hergestellt
in Venezuela 155x15 war doch noch ein guter Tag.
Zweiter
Versuch nach Piacoa geht super gut und wir können am Hafen,
da wo jede Land-Verbindung aufhört, leckeren Flussfisch
in einer Hafenbude genießen. Weil wir viel Zeit haben,
an diesem Tag, beobachten wir das treiben am sogenannten
Hafen wo es eigentlich nur kleine boote gibt die ununterbrochen
Benzinfässer verladen und ins Delta rausfahren. Hier geht
es um Benzinschmuggel nach Britisch Guyana. Benzin für
Britisch Guyana und alles Mögliche von da nach Venezuela.
Das Delta von einer Fläche ungefähr so groß wie Belgien
und tausenden Nebenarmen des Orinoko ist für die Behörden
unkontrollierbar. Außerdem denke ich, dass die Polizei
sowie Militär bei der Schmuggelei erheblich dabei sind.
Roger, ein Franzose (der kein Wort französisch spricht)
und das Posada-Camp Oridelta leitet, holt uns dann am
Hafen ab und wir übernachten in seinem Camp. Wir verbringen
einen sehr interessanten Abend mit Roger, der auch sehr
viel über das Leben in Venezuela erzählen kann. Zurück
nach Puerto Ordaz wo wir, ich weiß nicht zum wievielten
Mal bei Lobo einlaufen, wo wir dann auch übernachten weil
unser Achsrohr bereits in Puerto Ordaz angekommen ist.
Morgen kann es also weiter gehen in Richtung Norden und
dann immer gerade aus. Gegen Mittag bekomme ich die Lenkung
mit Achsrohr auch dann ausgehändigt, und ich beschließe
diese erst mal nur auf das Dach zu schnallen, weil die
reparierte Lenkung bis jetzt ja ganz gut durchhält.
|